| Tanja | September 15, 2009 | Allgemeines, MVV-München, S-Bahn München Am Samstag, den 12. September 2009 wollte der Münchner Geschäftsmann Dominik B. nur helfen, als er schützend zu vier Kindern eilte, die in der S-Bahn von 17 und 18 jährigen Jugendlichen bedroht wurden. Seine Zivilcourage musste er mit seinem Leben bezahlen, nachdem sich die Jugendlichen an ihm rächten und ihn zu Tode prügelten.
Der brutale Vorfall wirft viele Fragen auf. Doch bevor man sich nun über eine verstärkte Sicherheit in den Münchner S-Bahnen Gedanken macht (mehr Polizeipräsenz, zusätzliche Überwachungskameras), hat unserer Meinung nach, nur eine Frage wirkliche Relevanz:
Warum halfen die vielen Fahrgäste in der S-Bahn und am Bahnhof Solln nicht? Warum schauten sie weg?
Brutalität wird es leider immer geben und jugendliche Gewalttäter, die nach ihren Taten über ihre verpfuschte Kindheit jammern ebenso. Aber Gewalttaten können in dem Ausmaße ihrer Brutalität begrenzt werden, wenn wir endlich verstehen, dass Weggucken keine Lösung ist!
Nun ist im Gespräch, dass das Opfer Dominik B. mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden soll. Dominik B. wird sich wohl nicht dafür bedanken können, denn er ist tot. Hätten die vielen anderen Fahrgäste nicht weggeschaut, sondern stattdessen geholfen, hätte er leben können. Ein Mensch allein kann wenig bewirken, viele zusammen hätten ein kleines Wunder bewirkt.
Allen Angehörigen, Freunden und Bekannten des Dominik B. sprechen wir unser Beileid aus!
Das MVV-Blog-Team
Tags: Attacke, Gewalttat, M, S-Bahn, S-Bahn-Schläger, S-Bahnen, Sicherheit, Zivilcourage
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September 15th, 2009 at 12:21
oh man, ich find’s echt zum ****, was da wieder in der S-Bahn passiert ist. Vor einigen Tagen wurde aus “Sicherheitsgründen” (so war die Argumentation der Polizei und des MVV) das Handy-Netz für die U-Bahnen des MVV aktiviert. Großes Spektakel.
Dann wurde schon vor geraumer Zeit eingeführt, dass in alles S-Bahnen eine Video-Überwachung installiert ist. Tolle Sache. Nur das diese Videoaufzeihnung erst beginnt, wenn jemand einen Notknopf drückt, und dass es auch keine Echtzeitbetrachtung der Videos gibt, sondern nur der Aufzeichnung. Schön wurde proklamiert, wie sicher die S-Bahn München und der MVV sind… Und kaum vergeht eine Woche, schon wieder ein Zwischenfall. In so drastischem Ausmaß, wie nie zuvor. Und wo? In der sicheren S-Bahn in München. Ich denke, es macht vielleicht doch Sinn, die Videos “live” zu überwachen, sofern ein Notknopf gedrückt wird. Klar, kostet mehr Personal, aber ist es das nicht wert? Ich denke, neben der fehlenden Courage der Münchner “Gaffer” oder “Wegdreher”, fehlen aber dennoch grundsätzliche Werte in unserer Gesellschaft, oder? Und die sind meiner Meinung nach nicht mit höheren Strafen zu erlangen. Ernsthaft, wer denkt, eine höhere Strafe schreckt einen unter Drogen stehenden, perspektivlosen jungen Erwachsenen ab?
Ich nicht.
Aber, das gehört nicht ganz zum Thema… Ich finde es absolut abstoßend, was da in der Münchner S-Bahn wiedermal passiert ist und wünsche den beiden Schlägern eine Veruteilung wegen Mordes, ohne Aussicht auf Begnadigung oder vorzeitige Entlassung…