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| | Tanja | Januar 28, 2011 | Allgemeines, Busse beim MVV Mittagszeit am Bahnhof in Fürstenfeldbruck. Hunderte von Schülern, die am Freitag mit dem MVV nach Hause wollen. Ein turbulentes Schauspiel, das sich wohl leider (nach Aussagen der Schüler) täglich wiederholt. Die S-Bahnen des Münchner MVV sind überfüllt, die Busse teilweise nicht mehr begehbar. Ich heute leider mittendrin, die große Ausnahme, aber ging nicht anders, ein Termin wartet.
Ich quetsche mich also in den Bus bzw. direkt hinter die Tür, so dass die Türen wohl gerade noch geschlossen werden können. Plötzlich ein Stoß von hinten. Eine Rentnerin gehobenen Alters drängelt energisch durch die offene Tür, zieht ihren Mann hinter sich her und stößt nochmals mit Schwung nach vorne, um Platz für sich und ihren Gatten zu schaffen. Ich fange gerade an, mich über diese taktlose Umgangsform zu ärgern, ich meine, man hätte ja auch stattdessen freundlich etwas sagen können, als der Bus die Türen schließt, wir zuvor noch etwas enger zusammenrücken müssen, der Bus ins Rollen kommt und die Rentnerin jetzt anfängt sich darüber zu beschweren, dass sie keinen Platz hätte. Nun, sie ist nicht die einzige.
Aber die Rentnerin meinte etwas anderes, sie sprach von einem Sitzplatz und diese waren längst alle belegt. Aber wozu ist man Rentner, wenn man nicht auf sein Alter beharren kann und dafür jemand anderes doch ebenso gut im Gewühle stehen könnte. Und wer bietet sich da mehr an, als ein junges Kind, das mit harschen Worten schnell einzuschüchtern ist. Gedacht, getan, die ältere Dame pöbelt ein Mädchen an: “Du da, du kannst stehen. Mein Mann möchte sich dahin setzen.” Kein “Bitte”, keine Frage, keine Freundlichkeit. Das Mädchen wirkt eingeschüchtert, steht sofort auf, weiß aber nicht, wohin sie sich stellen soll. Rat- und hilflos bleibt sie also vor ihrem Platz stehen. Ich mische mich ein: “Das Mädchen hat keine Chance sich hinzustellen, es ist kein Platz frei und mit ihrem schweren Schulranzen steht sie hier genauso wackelig und unsicher, wie Sie es tun.” Ich deute der Kleinen an, sich wieder hinzusetzen. Doch ich habe das Rentnerehepaar unterschätzt, denn dieses gerät jetzt richtig in Fahrt.
Das sei ja wohl eine Frechheit von mir, und sie hätten ein Recht darauf, sich zu setzen und Kinder könnten stehen. Wenn Platz wäre ja, aber so nicht. Und auch kleine Kinder mit einem Schulranzen auf dem Rücken haben nicht die Kraft, sich ausreichend festzuhalten, falls der Bus unerwartet bremsen sollte und die Meute durch den Gang schaukelt. Doch das Rentnerehepaar stänkert weiter. Ich hätte keine Erziehung, keinen Anstand und wahrscheinlich auch keinen Job. Ich wende mich zu ihnen. “Nur um diese böswilligen Unterstellungen klar zu stellen: Ich bin Journalistin und ich schreibe, damit ich genau über solche Menschen, wie Sie es sind, berichten kann. Denn es sind nicht immer nur Jugendliche, die sich im MVV nicht benehmen können. Es sind auch des Öfteren Rentner, die ihre sogenannten Rechte etwas zu energisch einfordern.”
Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass die sinnlosen Beschimpfungen mich verfolgen, bis ich endlich aussteige. Doch bis dahin, presst sich die Rentnerin noch an mich, bis ich mich irgendwann genervt zur Seite drehe und sie nach hinten fällt (”Das haben Sie mit Absicht gemacht, weil Sie so böse sind!” Ja, habe ich.), ich werde beschuldigt, meinen Rucksack nur deshalb zwischen die Füße gedrückt zu haben, damit ich Platz wegnehme (Ich wollte eigentlich nur nicht, das ihn jemand anderes ins Gesicht bekommt.), und der Weg zur Tür wird mir von dem Rentner, als ich endlich aussteigen möchte, mit den Worten versperrt: “Sie steigen jetzt nicht aus und heute Nacht werde ich dafür beten, dass Sie in ihrem Leben bestraft werden.”
Ich drängel mich an dem Herren vorbei, steige aus, und das kleine Mädchen zum Glück ebenso. Zurück an der frischen Luft, frage ich mich, warum ich meine Tochter dazu erzogen habe, für ältere Menschen, Schwangere und kleine Kinder einen Sitzplatz frei zu machen. Ich frage mich, ob ich ihr vielleicht noch mit auf den Weg geben sollte, dass wenn sie angepöbelt wird, sie keinen Platz räumen muss. Denn gute Erziehung ist nicht nur bei Kindern viel Wert, sie sollte auch für so manch einen Rentner gelten, der vor lauter Einforderung seiner “Rechte” vergisst, dass auch für ihn das Wort “Bitte” eine Selbstverständlichkeit ist.
Und der MVV? Ja, dem MVV in München und Umgebung würde es zu Stoßzeiten nicht schaden, zwei Busse statt einen einzusetzen. Denn der beschriebene Vorfall am heutigen Freitag ist keine Ausnahme. Kinder, die nach der Schule nicht nach Hause kommen, weil die Busse überfüllt sind, gehören zum Fürstenfeldbrucker Standard und pöbelnde Rentner in den Bussen zur Mittagszeit leider auch.
Tags: bus, Fürstenfeldbruck, MVV, Rentner
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| Alex | Januar 11, 2011 | Allgemeines, Busse beim MVV, MVV-München, S-Bahn München Fahrplanänderungen von 2009 - Topaktuell ist anders
Als ich heute Morgen seit langer Zeit mal wieder vorne beim Fahrer sitze, schaue ich direkt auf das große Plakat an der Rückwand der Fahrerkabine. Überschrift: „Neue Linien-Nummern bei der S-Bahn“. Wow, das hab ich ja gar nicht mitbekommen. Darunter das Datum, ab wann die Umbenennung in Kraft treten wird – 13. Dezember 2009.
Nach dem ersten Schreck folgte schnell die Ernüchterung. Das ist ja vor über 14 Monaten gewesen!
Ja, ich kann mich sogar noch daran erinnern. Viele Menschen, vor allem ältere, standen fragend auf den Bahnsteigen. Welche Linie ist denn jetzt die Richtige? Wohin fahren die neuen Linien? Denn es wurden ja 2009 nicht nur die Nummern der Linien geändert, sondern auch die Routen (und die Fahrpreise wie jedes Jahr).
Aber dann hörte ich in meinen Ohren den Wiederhall des Interviews von Herrn Ramsauer gestern Abend. Da gab er die Fehler zu, die die Bahn gemacht hat. Unter anderem die miserable Informationsgestaltung, mittels derer die Fahrgäste auf dem Laufenden gehalten werden. Nicht nur fehlende Bahnsteigdurchsagen, sondern auch veraltete Informationen werden an die Fahrgäste weitergegeben.
Und wie wir ja schon mehrfach geschrieben haben, die S-Bahn München GmbH ist ein Unternehmen der Deutschen Bahn AG. Was allerdings verwunderlich ist, dass der Münchner Verkehrsverbund die schlechte Informationstransparenz und Kundenfreundlichkeit der Bahn so einfach adaptiert. Warum hängt in einem Bus der Münchner Verkehrsbetriebe ein total veraltetes Plakat der S-Bahn? Gibt es sonst nichts Wichtigeres zu berichten? Ist eine 14 Monate alte Information so wichtig, dass sie als großflächiges Plakat im Bus ausgehängt wird?
Das die Bahn eine schlechte Kommunikationspolitik hat, das haben wir ja im Laufe des Jahres schon mehrfach erleben dürfen, aber dass der Verkehrsverbund da so „stumpf“ mitmacht, das wundert uns schon.
Tags: Bahn, Fahrg, Fahrplanänderungen, Information, Kommunikation, Linien, M, Plakat, Ramsauer, S-Bahn, Topaktuell, Verkehrsverbund
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