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| Alex | Juni 1, 2010 | MVV-München, MVV-Störungen, S-Bahn München Fahrkartenautomat
Der Tag fing schon wieder Klasse an. Eigentlich hätte ich gleich wieder nach Hause gehen sollen, als ich in den Bus einstieg. Die Fahrkarten waren ausverkauft. Nun gut, kein Problem. Da ich nur ein paar Stationen mit dem Bus fahren musste, um zur S-Bahn zu kommen, dachte ich mir, dass ich das schon überstehen werde - ohne Fahrkarte. Kann ich ja an der S-Bahn kaufen.
Fehlanzeige.
Das Geld hab ich schön und heute sogar mal passend in den Automaten gesteckt. Danach begann das Dilemma. Die Lampen im Schacht der Fahrkartenausgabe begannen zu leuchten, aber nichts passierte. Geld weg - keine Karte.
Leicht aufgebracht bin ich dann in das hiesige Reisebüro. Dort erfahre ich, dass das öfter passiert. “Geld weg-keine Karte” scheint bei den Automaten immer mal wieder zu passieren. Auf diesem Weg entschuldige ich mich gleich noch für mein etwas harsches Auftreten im Reisebüro. Aber, wenn man von 5 Tagen in der Woche an 3 Tagen Probleme mit dem MVV-München (insbesondere der S-Bahn München) hat, dann schwindet bei mir die Freundlichkeit doch zusehends (auch wenn ich weiß, dass die netten Damen keine Schuld haben!). Und heute ist Dienstag - bin mal gespannt, wie der Rest der Woche so wird…
Leicht aufgebracht hab ich dann die Rufnummer der Störungsstelle angerufen: 01801 23 59 59. Die ist zum Glück am Automaten angebracht. „3,9 Ct pro Minute aus dem Deutschen Festnetz. Mobiltarife können abweichen…“
Haha, weil ja direkt neben dem Automaten gleich das Telefon hängt. Ich kann nur vom Handy aus anrufen! Anders geht es gar nicht. Also stehen da nicht 3,9 Ct zu Buche, sondern etwas mehr. Freundlich erfahre ich, dass ich mir eine neue Karte kaufen solle um zum Reisezentrum nach München zu fahren. Wie, nochmal Geld in den defekten Automaten stecken? Was soll denn der Unsinn?
Dort solle ich den Sachverhalt erneut schildern, um dann mein Geld zurück zu bekommen. Aber, was ist mit den Telefonkosten, die entstanden sind? Wer erstattet mir die? Ja, sicherlich, 3,9 Ct die Minute ist nicht viel, aber bei 2 Minuten in der Warteschleife und 2 Minuten Gespräch, sind das mal eben 15,6 Ct. Aus dem Deutschen Festnetzt… Mobil kann abweichen.
Jetzt stelle ich mir die Frage: Wenn das öfter passiert, und jeder Fahrgast der das Problem hat, auch anruft, wie viel verdient die S-Bahn München mit diesem Angebot nebenbei? Aber da sind wir schon wieder beim Thema „Kundenkommunikation“. Es ist fast schon egal wo, aber bei kundenorientierten Unternehmen findet man als Hotline entweder eine 0800-er oder eine Festnetz-Nummer. Bei der S-Bahn München scheint das noch nicht angekommen zu sein. Eigentlich eine Schande. Aber mit den Gästen der S-Bahn München kann man es ja offenbar machen… Auf Gedeih und Verderb - es gibt ja keine Alternative. Danke liebe S-Bahn München.
Vielleicht als kleiner Hinweis: Wenn die neuen Fahrkartenautomaten aufgestellt werden (ist ja so angedacht laut S-Takt Mai/Juni 2010) könnte die S-Bahn doch gleich so „innovativ“ sein, und eine neue Service-Nummer draufdrucken. Kostet weniger, als an allen Automaten die Nummer zu überkleben. Wir würden uns freuen, wenn das Thema Kundenorientierung auch beim MVV größer geschrieben würde. Dann könnte ich mir solche Berichte hier sparen!
Wie dem auch sei, also mache ich einen Umweg, steige am Hauptbahnhof München aus und gehe in das Reisezentrum. War mal jemand in letzter Zeit da?
Ich kam nicht zu den Schaltern durch. Kurz hinter dem Eingang steht ein netter, aber vollkommen schlampig gekleideter bahnuniformierter Mann. Sofort wurde ich angesprochen, ob er mir helfen kann. Ich schildere zügig mein Problem und werde danach zu einer netten „Empfangsdame“ verwiesen. Was jetzt passierte, war mir neu.
 Nummernsystem im Bahn Reisezentrum
Ich durfte mein Problem erneut schildern und danach einen Zettel aus einem Automaten ziehen. Auf diesem stand eine Nummer. Wenn meine Nummer auf einem der aufgehängten Displays aufleuchtet, solle ich mich zu dem dazu angegebenen Schalter bewegen. Dort würde ich mein Geld zurück bekommen. Wow dachte ich mir, der Ansturm scheint wohl ohne Arbeitsamt-Nummerzieh-System nicht zu bewältigen zu sein.
OK, ich schaue auf meine Zahl 12535. Wenn das System täglich neu anfängt zu zählen, dann bin ich heute, am 01.06.2010, 10:30 Uhr der Zwölftausendste Besucher, der ein Problem hat oder nicht ohne menschliche Hilfe mit der Bahn klar kommt. Nicht schlecht. Selbst wenn das System montlich zählt… heute ist der Erste. Beeindruckend, wie professionell man auch bei der Bahn zu einer Nummer wird. Netterweise wurde mir noch mitgeteilt, dass ich mich auf ca. 20 Minuten Wartezeit einrichten könne. Oh je…
Nun ja, zum Glück hat der nette Mann am Eingang aufgepasst, das Problem schnell erkannt und gegengesteuert. Ich brauchte keine 20 Minuten warten, musste schnell ein Formular ausfüllen und hab sofort mein Fahrgeld erstattet bekommen. Ohne Ausweis, ohne alles - Cash auf die Hand. Das allerdings war extrem fix, kundenfreundlich und leichtsinnig. Danke an dieser Stelle für die zuvorkommende Behandlung. Sind wir schon sooo bekannt bei der Bahn???
Der kriminelle Teil in mir fragte sich aber schnell, was wohl passiert wäre, wenn ich gelogen und eine falsche Adresse angegeben hätte?
…
Hmm, so erklärt sich wahrscheinlich die 0180-er Nummer der Störungsstelle, um all diese kriminellen Subjekte, die die Kundenfreundlichkeit der Bahn ausnutzen, zu kompensieren.
Tags: Automaten, Bahn, Fahrkarte, M, Problem, Reisezentrum, S-Bahn, Störungsstelle
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| Alex | April 27, 2010 | Allgemeines, MVV-München, MVV-Störungen, S-Bahn München SBahn München
Kaum beginnt der Flugverkehr wieder zu funktionieren, kommen die nächsten Verzögerungen. Diesmal war nicht eine Aschewolke aus Island Schuld, sondern ein Stromausfall am Flughafen München. Fluggesellschaften unternehmen alles Mögliche, um wieder in die Luft zu kommen, nur ist das leider nichts wert, wenn die Passagiere vom Flughafen nicht zu ihren Zielorten weiter kommen.
Erst fällt der Strom aus. Die Linien S1 und S8 der Münchner S-Bahn können den Flughafen München nicht erreichen. Kaum ist der Strom wieder da - nächstes Problem. Das Stellwerk fällt aus. Kommt mir vor wie ein Déjà -vu. Es ist ja nicht das erste Mal, dass das Stellwerk ausfällt. Ein Netzwerkadministrator lächelt mich gestern an und sagt kopfschüttelnd: „Was für ein Laden, selbst meine einfachen Server haben eine USV“ (Unterbrechungsfreie Stromversorgung). Ich bin mir nicht sicher, ob so etwas beim MVV-München bekannt ist… Und selbst wenn der Stromausfall nicht die Ursache des Stellwerkproblems war. “Ausfallen” ist in den letzten Monaten offensichtlich seine Stärke.
Unser Mitgefühl ist bei den Passagieren, die es endlich geschafft haben, mit dem Flugzeug nach München zu kommen. Gestern saßen sie dann wieder mehrere Stunden fest.
Aber wie wir schon seit vielen Monaten schreiben, so zeigt auch der gestrige Tag wieder: Um beim MVV-München bzw. der S-Bahn München festzusitzen, braucht es keinen Vulkanausbruch und keine Aschewolke. Es reichen schon wesentlich trivialere Gründe, um das scheinbar marode S-Bahn-System in München in einer Kettenreaktion von Störungen zum stocken zu bringen.
Wir freuen uns auf den zweiten Tunnel, der ja nun endlich beschlossen ist. Es weiß zwar noch niemand, wie das finanziert werden soll, aber der Tunnel wird mit Sicherheit die Probleme der S-Bahn München beheben.
Tags: Aschewolke, Flughafen, Flugverkehr, M, MVV-München, Passagiere, Problem, Probleme, S-Bahn, SBahn, Stellwerk, Strom, Stromausfall, Tunnel, Verzögerungen
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| | Alex | Juli 21, 2009 | Allgemeines, MVV-München, S-Bahn München Nach einem Unfall der Berliner S-Bahn am 1. Mai und einer Sicherheitsverschärfung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) wurden derzeit fast 50% aller S-Bahnen in Berlin in die Werkstätten geschickt. Grund für den Unfall war ein gebrochenes Rad bei einer S-Bahn. Mangelhafte Routinekontrollen hatten den sich anbahnenden Radbruch erst zustande kommen lassen. Da auf Seiten der S-Bahn Berlin nicht sichergestellt werden kann, dass dies ein einmaliges Versehen war, wurden jetzt von 632 Bahnen ca. 300 Bahnen in Werkstätten zur Prüfung und Reparatur abgeordert. Das hat einen fast kompletten Zusammenbruch des Berliner S-Bahn Verkehrs zur Folge.
Die daraus erwachsenen Konsequenzen fangen bei einem kompletten Austausch der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin an und wenn sich die Lage weiterhin zuspitzt, kann es damit enden, dass die Deutsche Bahn AG ab 2017 nicht mehr den Zuschlag für die Betreibung des Berliner S-Bahn Netzes bekommt.
Die derzeitigen Kosten belaufen sich für die Bahn auf ca. 65 Millionen Euro. Alleine 25 Millionen Euro zahlt die Bahn an die Inhaber einer Monatskarte. Monatskartenbesitzer bekommen als Entschuldigung einen Monat eine Gratiskarte.
Um das Chaos in Berlin etwas zu lindern, stellt die S-Bahn München einige S-Bahnzüge bereit, um den Berlinern zu helfen. Das finden wir super, wenn dadurch die Leistungen des MVV München bzw. der S-Bahn München nicht eingeschränkt werden. Genauso finden wir es absolut lobenswert, dass die Berliner S-Bahn den Monatskarteninhabern eine Entschuldigung anbietet. Aber was ist mit denen, die keine Monatskarte haben? Gehen die leer aus? Ist das fair?
Aber warum hat sich die S-Bahn München bei ihren Kartenbesitzern nicht entschuldigt? Ich meine, die S-Bahn kommt oft unpünktlich. Oft entstehen Sperrungen und Verspätungen wegen Stellwerksstörungen oder anderen technischen Gründen (s. Störmelder-Statistik MVV). Wäre da nicht wenigstens etwas mehr zu machen, als die vollautomatische Durchsage der S-Bahn-Dame: „Wir bitten um Ihr Verständnis für die Verspätung“?
Und was ich mich auch noch frage… Wenn der Bruch des Rades bei der Berliner S-Bahn möglich war, ist das eine Gefahr, die auch auf die Münchner S-Bahn zukommt? Die Informationstransparenz seitens der Bahn ist dahingehend nicht wirklich gut. Wie gesagt, kann so ein Unglück wie am 1. Mai in Berlin auch bei uns passieren? Haben wir ähnliche Missstände bei den Routinekontrollen? Kontrolliert bei der S-Bahn München jemand, ob unsere S-Bahnen in technisch einwandfreiem Zustand sind? Liegt das Problem nur bei Bahnen der Baureihen 481/482 vor, oder sind noch weitere Baureihen betroffen? Oder wird die Berliner Problematik ähnlich behandelt, wie die sich schon lange angekündigte Problematik bei Wolfratshausen? Der Abgang der Mure war ja schon lange befürchtet (s. Artikel Murenabgang läßt S-Bahn entgleisen). Und da wurde das Problem als „kein Handlungsbedarf“ beiseite geschoben…
Tags: Bahn, Bahnen, Berlin, Berliner, M, Millionen, Monat, Monatskarte, Mure, Murenabgang, Problem, Problematik, Radbruch, Routinekontrollen, S-Bahn, S-Bahnen, Unfall, Werkstätten, Wolfratshausen
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